Aktuelle Ausgabe
juni/juli 2013:
jung sein in der kultur
Wie ist es im Hause Windsor? Die Grossmutter harrt als Queen auf ihrem Posten aus, bis die Zeit für den Enkel William gekommen ist. Prinz Charles, ihr ältester Sohn und der eigentliche Thronfolger, wurde, kaum war er 40, schlagartig alt, sehr alt. Sein trauriges Gesicht wirkt wie das Logo einer Generation, die nicht zum Zug kommt.
Eine der grossen Aufgaben in der Kulturpolitik ist die Nachwuchsförderung. Schauen wir auf den Kanton Aargau: Soeben fand hier das 7. Nachwuchsband-Festival bandXaargau statt, ein Projekt mit Vorzeigecharakter. Das Festival bietet professionelle Auftrittsmöglichkeiten und fördert damit die junge Musikkultur im Aargau. kulturdünger, ein Gefäss, das aus dem Aargauer Ideentopf heraus entstanden ist, unterstützt originelle, kreative Kulturprojekte von Jugendlichen bis 25 Jahren. Doch was, wenn die Talente auf die 30 zugehen? Werden sie auf dem Markt Fuss fassen? Wie können sie sich positionieren, wenn sie älter werden und nicht mehr in die Nachwuchsförderung passen?
Wir haben uns daran gewöhnt, junge Menschen unter 30 als halbe Kinder oder Grünschnäbel zu betrachten. Doch frei im Leben schwadronieren und jahrelang ungerichtet studieren zu können wie noch vor der Bologna-Reform – diese Zeiten sind vorbei. Stattdessen müssen Junge früh schon effizient und auf sich gestellt sein. Mit den neuen technischen Möglichkeiten hat die Jugend – wann endet sie denn? – einen gänzlich andern Horizont als noch vor 30 Jahren, und eine Kulturtechnologie an der Hand, die alles übertrifft, was eine nachwachsende Generation je zur Verfügung hatte, um sich Dominanz zu verschaffen.
Jung sein ist eine Kunst. Junge sind im Mittelpunkt dieser JULI-Ausgabe. Sie kommen. Und damit hoffentlich auch definitiv der Sommer.
Andrina Jörg, Madeleine Rey
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